A bientôt / Mittwoch, 19.02.2020

Der Tag war regnerisch, zwischendurch trüb. Ein Tag, um sich Gedanken zu machen, welches Fastenopfer man auf sich nehmen möchte.

Auf Fleisch zu verzichten, fällt mir nicht sonderlich schwer. Ich habe jahrelang vegetarisch gelebt. Selbst die Salami-Tiger in unserer Familie schaffen die 40 Tage ohne Fleisch. Das ist für mich kein Opfer, sondern erleichtert mir das Kochen.

Ich habe mich entschieden, dort anzusetzen, wo es mir ein bisschen weh tut und dennoch sofort ein Gewinn rausschaut: Internetfasten.

Zumindest zu 90%. Natürlich werde ich meine Post bearbeiten und meine drei Lieblingsseiten besuchen. Ich will mich ja nicht ganz abschneiden vom Zeitgeschehen. (Die Frage ist, ob ich lebensnotwendig Wichtiges versäumen würde.) Aber kein zusätzliches Surfen und keine Beiträge schreiben. Und die so gewonnene Zeit nutzen: Betet und fastet.

Das Eisen soll man schmieden, solange es noch heiß ist. Ich fang sofort damit an.

Sehr geehrte Eltern! / Dienstag, 18.02.2020

Sehr geehrte Eltern,

für junge Menschen ist es heute wichtiger denn je, den richtigen Umgang mit Geld zu erlernen: Sie verbringen den Tag in der Schule bzw. in der Nachmittagsbetreuung, gestalten ihre Freizeit mit Sport, Tanz etc., versorgen sich oft selbst und halten per Handy Kontakt zu ihren Eltern.
Wie viel Geld benötigt mein Kind? Wofür soll es ausgegeben werden?
Die XY-Bank möchte Sie beim Beantworten dieser Fragen unterstützen. […]

Wenn ich den „an die Eltern von Lucky Streusand“ adressierten Brief meiner Bank richtig verstanden habe, sollen die Kinder den richtigen Umgang mit Geld erlernen, indem sie ein eigenes Jugendkonto haben, damit auch der Punkt Finanzen ohne persönlichen Kontakt zu den Eltern abgeklärt wäre. Der Brief ist ein Fall für die runde Ablage.

Am Vormittag hat es gar nicht danach ausgesehen, dass es schönes Wetter geben könnte. Aber zu Mittag hatten wir wolkenlosen, strahlend blauen Himmel. Unsere Katzen gehen jetzt auch tagsüber wieder freiwillig und gern raus. Eine etwas weiter entfernte Nachbarin pflanzte heute schon blühende Stiefmütterchen aufs Grab. „Und wenn‘s draufschneit, ist mir das wurscht, ich bin schon so gierig auf den Frühling…“

Johanna hat morgen ihren zweiten Wintersporttag. Ich könnte mich nicht erinnern, dass ihre älteren Geschwister einen derartigen zweiten Tag im Schuljahr hatten. Sie gehen am Weißensee eislaufen. Wenn‘s stimmt, ist dort die größte präparierte Natureisfläche der Welt. Allerdings ist zur Zeit das Nordufer nicht mehr befahrbar.

Zum Eislaufen am See braucht man gute Nerven. Es darf einen nicht stören, dass das Eis immer wieder knackst und kracht. Und man sollte sich innerhalb der freigegebenen Flächen aufhalten. Jedes Jahr passieren fürchterliche Unfälle, wo Sportler ertrinken, weil sie meinten, einen See besonders gut zu kennen und die schier unendlichen Weiten eines zugefrorenen Sees ungehindert nützen zu können. Am Aichwaldsee ist Ende Jänner sogar der Eismeister selbst mit seinem Fahrzeug eingebrochen und verstorben.

Meinen Worten entnimmt man es: ich verfüge nicht über die nötigen starken Nerven. Mich stört es, wenn unter mir alles arbeitet, wenn es pfeift und kracht. Selbst wenn „alles“ zugefroren ist, ist natürlich nie alles zugefroren. Die Stege müssen immer ausgeschnitten werden, sonst verschiebt das Eis die Piloten.

Dienstag ist der Tag, wo alle zu Mittag von der Schule nach Hause kommen. Das macht das Kochen weit einfacher. Zur Feier des Tages gab es Lasagne. Das hatten wir schon ewig nicht mehr.

Am Nachmittag rief Oma an – sie hatte den Brief erhalten und sich sehr, sehr gefreut.

Und den Abend verbrachte ich mit Backen. „Wir hatten heute französisches Frühstück, und einer aus unserer Klasse war krank. Der hat jetzt gar nichts bekommen. Könntest du nicht etwas für uns für morgen backen?“ Dazu setzte Lucky noch ihren sehr treuen Dackelblick auf. Sie weiß, dass ich ihr da (meistens) nicht widerstehen kann.

Französische Küche ist aber nicht gerade meines. Ich überlegte hin und her und entschied mich dann für gefüllte Brandteigkrapferln, auch Éclair genannt. Vorausschauend machte ich die doppelte Masse.

Papa kam kosten. „Wieso machst du für uns nie so was?“ Papa liebt Cremes.

Mit dem ersten Blech der Krapferln war ich nicht sehr zufrieden, sie waren zu groß geworden. Papa konnte nach Herzenslust zulangen. Im Gegensatz zu mir war er höchst zufrieden.

Ich habe, so lange ich mich zurückerinnern kann, die doppelte Masse genommen, wann immer ich für irgendein Buffet oder für einen sonstigen außerhäuslichen Anlass gebacken habe. Um gerade jenen langen Gesichtern vorzubeugen: Und wir? Sollen wir leer ausgehen?

Wie könnte ich meine Lieben leer ausgehen lassen?

Ein Kärntner Original / Montag, 17.02.2020

Wir verabschieden uns heute von einem Original“, begann der Priester. Soviel ich mich erinnern kann, war es das erste Begräbnis, bei dem mehrfach herzhaft gelacht wurde.

Beim Begräbnis selbst natürlich nicht, es ist immer ein sehr ergreifender, sehr trauriger und endgültiger Moment, wenn man am offenen Grab eines lieben Menschen steht und ihm ein Schäufelchen Erde auf den Sarg fallen lässt. Gedenke Mensch, von der Erde bist du genommen und zur Erde kehrst du zurück.

Aber bei der Seelenmesse, beim Nachruf, als ein paar typische Aussprüche wiedergegeben wurden. Sogar als alle daran erinnert wurden, dass man ihr – sollte man einmal eine Meinungsverschiedenheit mit ihr gehabt haben, was durchaus vorkommen konnte – besser ein paar Tage aus dem Weg gegangen ist. Jeder hatte so seine Erfahrungen mit ihr gemacht.

Bei den Pilgerfahrten war es regelmäßig ein Problem, dass die meisten in der ersten Reihe sitzen wollten. Resoluta ging darauf einmal bei der Begrüßung ein: „Ich habe jetzt einen Bus bestellt, wo alle in der ersten Reihe sitzen können. Aber er wurde noch nicht geliefert.“

Zum Abschluss fragte der Priester ins Volk, ob Resoluta ein Lieblingslied gehabt hatte, das wir singen könnten. Hatte sie: Der Engel des Herrn. „Wenn ihr der Muttergottes eine Freude machen wollt, dann betet den Engel des Herrn“, das wusste jeder, der einmal mit Resoluta unterwegs gewesen ist.

Wir sangen den Text auf Deutsch und den Refrain auf Slowenisch – das konnte auch jeder, der einmal mit ihr unterwegs gewesen ist. Danach lud der Priester alle ins Gasthaus ein: „Die Resoluta tät sagen: „Wer net kummt, is selber schuld!“

Im Gasthaus kam ich gegenüber jenes jungen Mannes zu sitzen, der zehn Jahre lang jeden Urlaub mit ihr verbracht hat: in Jugoslawien, in Bulgarien, in der Ukraine, immer auf der Achse, immer mit Hilfslieferungen unterwegs. Kaum war eine Sache abgeschlossen, kam Resolutas Frage: „Und wohin fahren wir jetzt?“

In Bulgarien hat man ihnen zweimal das Auto gestohlen. Das erste Mal hatten sie es im Hof bei den Karmelitinnen abgestellt: Innerhalb des osteuropäischen schweren Garagentores stand zuerst die Klapperkiste der Nonnen, dahinter erst das westliche Auto. Bewacht von zwei Hunden.

Mitten in der Nacht erfolgte ein Anruf der Schwestern: Das Auto sei weg.

Das Tor war aufgebrochen, der Wagen der Schwestern auf die Straße hinausgefahren und dort geparkt, die Hunde erschossen und das Auto aus Österreich weg.

Damals kamen Resoluta und ihr Begleiter im Flugzeug – nur leicht bekleidet und in Hauspatschen – nach Hause. (Die Diebe hatten sie zwar im Hotel angerufen und das Auto zum Rückkauf angeboten. Die Bedingungen für die Geldübergabe waren aber zu riskant gewesen, um darauf einzugehen.)

Das nächste Mal war ihr Auto so gesichert, dass es kurz nach einem Fremdstarten keinen Treibstoff mehr bekam. Es wurde schon geklaut, noch während der Besitzer beim Ausräumen des Autos war, und wurde vom Besitzer schon aufgefunden, während die Diebe es abschleppen wollten.

Nicht ganz neunzig ist sie geworden, hat vermutlich jeden Marienwallfahrtsort in Europa persönlich besucht und Medjugorje ausgeforscht, als sie noch zwei Tage lang nach diesem kleinen Nest, das auf keiner Karte eingezeichnet war, suchen musste. Langweilig war ihr vermutlich keinen Augenblick ihres Lebens.

Lauter alte Hutblumen / Sonntag, 16.02.2020

Nach langer Zeit war ich wieder einmal beim Lobpreis. Ich verdanke dem leitenden Priester sehr viel, eigentlich meinen Sprung ins Glaubensleben. Dafür bin ich ihm unendlich dankbar.

Aber irgendwie habe ich mich mit der Gruppe auseinander gelebt. Irgendwann habe ich festgestellt, dass man nicht immer lauter werden kann, irgendwann muss man in die Stille gehen.

Aber diese Erkenntnis ist mein höchstpersönlicher Weg, den offensichtlich nur ich gegangen bin. Es waren viele bekannte Gesichter dort – nur halt um Jahrzehnte älter. Manche sind sogar erschreckend alt geworden. Wenn man sich lange nicht sieht, fällt das auf.

Meine Mädels Matthäa und Johanna hatte ich geködert mit der Verheißung, dass viele junge Leute dort sein würden. Matthäa kam darauf zurück: „Es sind nur alte Knacker da!“ Das war jetzt ein bisschen übertrieben, aber objektiv betrachtet waren tatsächlich 90% der Gottesdienstbesucher Pensionisten, besser gesagt: Pensionistinnen. Der Überschuss an älteren Frauen war eklatant.

Es war schön, viele alte Bekannte wieder zu sehen, und es ist gut, wenn es solche Fixpunkte gibt, wo man konzentriert viele liebe und engagierte Leute auf einem Haufen treffen kann. Aber irgendwie hatte ich das Gefühl, dass man dort einen neuen Namen braucht. Von „Erneuerung“ kann keine Rede mehr sein. Es ist sogar fast schon ein bisschen unpassend, will ich mal vorsichtig formulieren.

Lucky war allein in der Küche, als am Abend Oma angerufen hat. Als wir dann vom Lobpreis nach Hause gekommen sind, hatte sie einen Brief geschrieben. „Du musst hier bitte unterschreiben. Die Oma hat sich so traurig angehört.“

Der Brief geht am Montag zur Post und sollte am Dienstag bei Oma sein und sie aufheitern. Was ich aber bezweifle. Lucky hat einen so lieben Brief verfasst, dass die Oma wahrscheinlich beim Lesen in Tränen aufgelöst sein wird. Aber es werden Tränen der Rührung sein.

Die Sonne scheint, die Vöglein zwitschern / Samstag, 15.02.2020

Guten Morgen! Die Sonne scheint, und die Vöglein zwitschern…“, ich zog den Mädels den Vorhang auf, damit sie sich überzeugen konnten. „Und was sollen wir jetzt tun? Etwa Photosynthese betreiben?“

Diesen Ausspruch habe ich vor einiger Zeit schon mal zu hören bekommen. Als die kleinen Mädels noch nicht ganz so klug waren, waren sie auch nicht ganz so frech und sind beim Aufwecken flott aus dem Bett gesprungen. Die Zeiten ändern sich.

Ich hatte in der Früh eine konspirative Aktion vor und benötigte die Mitarbeit meiner Kinder. Aber die Kleinen lehnten dankend ab. Wie gut, dass Matthäa zu Haus ist und Markus sich im Extremfall breitschlagen lässt und seiner Mama nichts verwehren kann. Aber nur im Extremfall. Und das war heute so ein Fall.

Es war wieder ein strahlend schöner Tag. Lucky hätte viel Photosynthese betreiben können. Und – wer hätte das gedacht – wir haben wieder einmal einen Microsoft-Anruf aus Asien bekommen. Die können‘s offensichtlich nicht lassen.

Apropos Asien: Helgas Sohn urlaubt gerade in Tokio. Im Handgepäck hatte er genügend Mundschutz mit, um bereits im überfüllten Zug von Klagenfurt nach Wien mal die Wirkung auszuprobieren. Wirkt phänomenal. Er war der einzige im ganzen Zug, der allein und ungestört an einem Vierertischlein sitzen und auf seinem Laptop arbeiten konnte. Kein Mensch wollte sich zu ihm setzen.

Markus hat den größten Brocken seiner VWA abgeschlossen. Gestern hat er sie hochgeladen, und heute haben Papa und Markus die nötigen Exemplare ausgedruckt und gebunden. Mir war wichtig, dass die Arbeit hochgeladen und der Erfolg dieser Aktion kontrolliert war. Voriges Jahr hatte der Klassenprimus in Matthäas Parallelklasse technische Probleme beim Hochladen, aber das hat er erst gemerkt, als ihn sein Betreuer fragte, warum er seine Arbeit nicht hochgeladen hätte. Somit war die Frist versäumt und die VWA durfte erst im Herbst präsentiert werden.

Markus ist zufrieden. Er wollte sich zum Schluss keiner Frage mehr stellen, ob man dieses oder jenes besser ausdrücken hätte können, ob dort noch ein Beistrich zu viel oder zu wenig sei, er wollte es einfach mal abgeschlossen haben. Aber eines hat er gelernt: Es ist gar nicht so uninteressant, sich über längere Zeit ernsthaft mit einem Thema auseinanderzusetzen.

Was gab es heute noch? Ich habe Papas Albert-Einstein-Look kultiviert. Jetzt ist sein Haupthaar wieder exakt vier Millimeter lang, zumindest dort, wo welches vorhanden ist. Auch der Bart ist wieder ab. Wie reagierten die Kinder? „Papa, du schaust gleich um zehn Jahre jünger aus!“

Fladenbrot

ZUTATEN:

  • 750 g Weizenmehl
  • 2 Pkg. Trockengerm
  • 1 EL Honig
  • 1 EL Salz
  • 8 EL Olivenöl
  • 400 ml Wasser

So wird‘s gemacht:

  1. Alle Zutaten in der Küchenmaschine verkneten. Wenn Zeit ist, dann ca. 30 Minuten zugedeckt gehen lassen. Das ist nicht unbedingt notwendig, aber der Fladen wird lockerer.
  2. Den gegangenen Teig zu einem Fladen ausrollen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. Fakultativ nochmals kurz zugedeckt gehen lassen.
  3. Mit Wasser bestreichen, mit etwas Mehl bestäuben (manchmal nehme ich statt Mehl Sesamkörner), mit einem scharfen Messer Rauten einschneiden. Wenn man den Teig vorher nicht gehen hat lassen, dann jetzt zugedeckt ca. 10 min gehen lassen.
  4. In der Zwischenzeit Backrohr auf 220°C vorheizen.
  5. Fladenbrot ca. 15 min. backen.

    Laut dem Originalrezept braucht man den Fladen nur einmal, und zwar bevor man ihn ins Backrohr schiebt, gehen lassen. Er wird aber wesentlich lockerer, wenn man ihn auch vorher gehen lässt.
    Das ist bereits die doppelte Menge. Reicht für 6 Personen. Schmeckt frisch einfach umwerfend!

Valentinstag / Freitag, 14.02.2020

Auf Muttertagsgeschenke und Blumen zum Valentinstag habe ich nie Wert gelegt. Gott sei Dank, denn Papa ist kein großer Blumenkavalier und ich würde vermutlich jedes Jahr fürchterlich beleidigt sein. Die Muttertagsgedichte aus der Volksschule hatten zumindest den Vorteil, dass nicht ich sie mit den Kindern lernen musste.

Aber als Markus heute früh aus dem Haus gestürzt ist und bald darauf mit fünf Frühlingsknotenblümchen und einer Flasche frischem Quellwasser zurückgekommen ist, habe ich mich sehr gefreut. Markus wollte doppelte Freude sehen, denn als ich schon gesagt hatte, wie sehr ich mich freue, fragte er später noch einmal: „Und, freust du dich?“ Und wie!

Eigentlich hätte heute Urs mit seiner Familie kommen wollen. Besser gesagt, die Familie hätte kommen sollen, und der Urs wollte sich in den Wald zum Arbeiten verziehen. Aber es war Sturm angesagt, und da war es dem Urs zu gefährlich. Man muss das Schicksal nicht herausfordern.

Ich erinnere mich, wie mein Papa mir erzählt hat, wie er – damals noch sehr jung – mit seinem Papa in den Wald gegangen ist. Als sie endlich an der richtigen Stelle waren und ihr Werkzeug ausgepackten, gab es aus heiterem Himmel einen lauten Donner. „Heute wird nicht im Wald gearbeitet“, beschloss der Vater. Sie packten ihr Werkzeug wieder ein und traten unverrichteter Dinge den Heimweg an. Die Arbeit wurde an einem der folgenden Tage erledigt.

Das Wetter war übrigens gar nicht so übel. Vormittags strahlend schön, am Nachmittag tatsächlich windig. Aber kein Sturm.

Der abgesagte Besuch hatte den Vorteil, dass ich nichts kochen musste – ich hatte schon gestern Abend einen gewaltigen Topf freitagsgerechtes Erdäpfelgulasch vorgekocht -, aber den Nachteil, dass wir keine frischen Semmeln hatten. Die wollte der Urs mitbringen.

Ich saß beim Computer und arbeite an meinen Bewerbungsunterlagen. Ich bin zu einer Vorauswahl durchs AMS eingeladen. Die Stelle hört sich sehr, sehr gut an. Da möchte ich natürlich mit meinen Unterlagen punkten, so dass jemand, der mein Geburtsdatum bemerkt hat und auch die vielen langen Jahre, wo ich „nichts“ getan habe, außer für meine Familie da zu sein, trotzdem weiterliest. Matthäa nahm es auf sich, inzwischen ein Fladenbrot zu backen. Das geht sehr schnell und schmeckt frisch aus dem Backrohr glatt besser als Semmeln.

Die „Kleinen“ beschränkten sich darauf, Unfug zu machen. (Der Gerechtigkeit willen muss ich anmerken, dass sie am Balkon die Wäsche aufgehängt haben.) Nach dem Mittagessen entbrannte eine Diskussion zu verschiedensten Themen, aber was auch immer die älteren Geschwister sagten, die Kleinen hatten immer das letzte Wort. Matthäa versuchte ihrem Bruder zu erklären, dass es gar keinen Sinn mache, mit den beiden zu diskutieren.

Darauf Johanna: „Wir diskutieren nicht. Wir sagen nur, warum wir recht haben.“